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29.10.2018

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Glück und Pech = Faschingshecht

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Am Samstag, 11.11.17, zog es unser Mitglied Hans-Georg Schöls einmal wieder an seine geliebte Altmühl, diesmal bei Kottingwörth. Bereits an der ersten Stelle fasste kurz vor dem Ufer auf das geschleppte Rotauge ein mittlerer Hecht zu, was bei dem relativ klaren Wasser gut zu beobachten war. Als er abzog und dabei das Rotauge mit einem zweiten „Schnapper“ ganz eingesaugt hatte, erfolgte der Anhieb, der zu seiner völligen Überraschung fast ins Leere ging, da die 24er Geflochtene direkt an der Rolle abriss (Ursache nicht nachvollziehbar). Da die Schnur noch schwamm, aber außerhalb der Reichweite seiner Hände lag, versuchte er diese um die vorderen Ringe seiner Rute zu wickeln, wobei der Rest der Schnur langsam vom Fisch Richtung Flussmitte gezogen wurde. Im letzten Augenblick war die Schnur mehrfach um die Ringe gewickelt, hing fest, aber die Angel war noch in gerader Linie zum Wasser hin ausgerichtet, als der Fisch schon dagegen zog. Statt nun den Drill mit erhobener Rute beginnen zu können, machte das Spitzenteil seiner Sportex-Rute einen kurzen Sprung ins Wasser und verschwand auf Nimmerwiedersehen in den Fluten! Den belämmerten Gesichtsausdruck und die folgenden Flüche kann sich jeder Angler vorstellen (es darf gerne gelacht werden)!

Eigentlich wollte der verhinderte Hechtfänger nach diesem Missgeschick sofort wieder nach Hause fahren, als er im Kofferraum seine alte Zandergrundrute (Länge 3,60m, weich) liegen sah und beschloss, trotz des wenig passenden Angelgeschirrs für das Schleppen wenigstens noch eine Stunde dranzuhängen. So wurde die Angel umgerüstet und ein neuer Platz am Ortseingang von Kottingwörth angefahren, der ihm dieses Jahr schon einen guten Hecht von 82 cm einbracht hatte. Nach ungefähr 10 Würfen erhielt er einen vorsichtigen Biss. Nach dem Anhieb war dem erfahrenen Angler sofort klar, dass dies ein besseres Exemplar von esox lucius sein musste. Nach ca. 2-3 Minuten Drill konnte die 93 cm lange Hechtdame gelandet werden, die nur ganz knapp an einer Drillingsspitze hing und sich wohl bei der sonst verwendeten, etwas härteren Sportex-Spinnrute sicher losgeschlagen hätte!!

Als der gut genährte Spätherbsthecht abgeschlagen war, wurde er ordnungsgemäß ins Fangbuch eingetragen (11.15 Uhr) und dabei wurde dem glücklichen Fänger klar, dass der Biss wohl ziemlich genau am 11.11. um 11.11 Uhr erfolgt sein musste!!

Doch damit noch nicht genug mit den Überraschungen und Zufällen. Beim Ausnehmen und Wiegen (6100 Gramm) kam im Magentrakt eine weitgehend verdaute, mindestens 35 cm lange Brachse und ein Titanvorfach mit einem rot lackierten Drilling einschließlich Wirbel zum Vorschein.
Nach all diesen Umständen wäre der Autor nicht verwundert, wenn ein Vereinskamerad in den nächsten Tagen einen Hecht mit Schur und evtl. sogar noch einer Rutenspitze dran fangen würde, was dann sicherlich auch einen längeren Bericht an dieser Stelle wert wäre!