letzte Änderung:

21.05.2018

Email

w.daehne@fv-nm.de

Willkommen auf der Homepage des

gegr. 1905

Kapitaler “Selbstmörder”

Am 16.09.2011 gegen 22.40 Uhr gelang Hans-Georg Schöls im RMD-Kanal bei Michelbach wieder der Fang eines kapitalen Zanders von 7750 Gramm Gewicht bei einer Länge von 93,5 cm. Köder war ein ca. 18 cm langes, totes Rotauge am Tiroler Hölzl.
Berichtenswert sind aber nicht nur die Größe des Zanders, sondern vor allem auch die außergewöhnlichen, glücklichen Umstände dieses Fanges, wie sie unser Vereinsmitglied in seiner 40-jährigen Fischerlaufbahn noch nicht erlebt hat.

Gegen 22.30 Uhr erhielt er auf ein ca. 20 cm langes Rotauge am Tiroler Hölzl einen vorsichtigen Biss. Als der Fisch langsam Schnur nahm, erfolgte der Anhieb, der aber praktisch ins Leere ging, da anscheinend eine Muschel oder eine Steinkante die kräftige Hauptschnur trotz extra langem „Hölzl“ problemlos gekappt hatte. Da die gesamte Montage weg war und der Angler nicht mehr lange bleiben wollte, baute er diese Angel zusammen. Er nahm statt derer seine schon vormontierte Schleppangel zur Hand und begann an der Abrissstelle zu angeln. Bereits beim zweiten Wurf attackierte ein größerer Zander, soweit er im fahlen Licht erkennen konnte, seinen Köder bis in die Uferrandsteine. Dabei hatte sich anscheinend eine Spitze des Enddrillings vom Schleppsystem in der oberen Maulspitze leicht verhakt und sich vom Schleppköder gelöst, da der Zander mehrfach versuchte, das Fischchen endlich einzusaugen, was so natürlich nicht gelingen konnte. Hans-Georg Schöls setzte einen leichten Anhieb, um den Haken vielleicht doch noch sicher zu verankern, was leider schief ging. Da das montierte Rotauge dabei weggeflogen war, lief der Angler im Laufschritt zu seinem ca. 15 Meter entfernten Köderfischeimer, um einen neuen Fisch am Schleppsystem zu befestigen. Dabei fiel im ein, dass seine zweite Grundangel wohl schneller einsatzbereit sein würde und versetzte sie an die besagte Stelle. Nach nicht einmal einer Minute meldete das eingehängte „Glöckerl“ schon einen Biss. Nach dem Anhieb wälzte sich ein großer Zander im flachen Uferwasser und wurde zügig in den bereitliegenden Kescher geführt. Beim Abhaken des feisten Zanders war aber dann die Überraschung groß: Nicht nur an der „Nasenspitze“ war eine kleine, oberflächliche Wunde von der Drillingsspitze zu sehen, sondern es hing auch noch sein kurz zuvor abgerissenes Vorfach aus dem Zandermaul!! Die Haken des Grundangelsystems (zwei 2er Einzelhaken) waren im Schlund bzw. im Magensack verankert. Trotzdem stürzte sich der Zander sofort wieder auf die Schleppangel und anschließend auf den Köderfisch Nr. 2, was man wohl nur mit seiner „selbstmörderischen Absicht“ erklären kann.

Fazit: Erstens:  Auch Zander sind wohl weniger schmerzempfindlich als man meint.
     Zweitens: Der Fänger schämt sich fast für soviel Dusel, entschuldigt sich bei seinen
              Vereinskameraden für die nicht enden wollende Glückssträhne und dankt
              Petrus sehr für dieses außergewöhnlich erfolgreiche Fischerjahr 2011!
              (PS: … das ja noch nicht zu Ende ist!)